Eben ging es noch um ein Tee-Geschirr-Handels-Spiel im alten Japan, nun sprechen wir über Yunnan, ein... ähm... Tee-Getränk-Handels-Spiel im alten China. Okay, zumindest thematisch ist das jetzt nicht ganz so weit entfernt. Spielmechanisch könnten zwischen den beiden Spielen aber kaum größere Welten liegen...
Disclaimer, damit mir nachher keiner Geklüngel vorwirft: Ich kenne Christwart Conrad, der bei Yunnan für Realisation und Regel verantwortlich zeichnet, persönlich. Yunnan habe ich ein oder zwei mal (bin mir nicht mehr sicher) in einer sehr frühen Prototypen-Version bei ihm mitgespielt (und werde daher sogar als Testspieler in der Regel erwähnt). Vor kurzem konnte ich außerdem noch einmal die fast finale Version ausprobieren.
Yunnan
In
Yunnan (Aaron Haag, Argentum Verlag) ist es Aufgabe der 2 bis 5 Spieler, den in der Stadt Pu'er produzierten Tee über die "Ancient Tea-Horse Road" in die Provinzen Yunnan, Sichuan, Qamdo, Tibet und Qinghai zu exportieren und dabei möglichst großen Gewinn zu erzielen, wobei weit entfernte Provinzen natürlich höhere Erlöse versprechen. Den Gewinn kann man sich dabei zum Ende jeder Runde in barer Münze oder in Siegpunkten (oder in einer Mischung aus beidem) auszahlen lassen. Sobald ein Spieler 80 Siegpunkte überschreitet, endet das Spiel mit einer Schlusswertung.
Die einzelnen Spielrunden von Yunnan setzen sich jeweils aus einer Biet- und einer Reisephase zusammen. In der Biet-Phase können die Spieler in Spielerreihenfolge ihre Händler (anfangs drei pro Spieler) in die fünf Hauptgebäude Pu'ers schicken, um dort unterschiedliche Vorteile (weitere Händler, Einfluss, Passierscheine, bessere Pferde und unterschiedliche Bauwerke) zu erwerben. Was die einzelnen Vorteile dabei kosten, hängt jeweils davon ab, auf welchem Feld im Gebäude die Figur platziert wurde. Jedes Gebäude hat nämlich gleich fünf Einsatzfelder, deren Kosten zwischen 5 und 15 liegen. Nun versucht natürlich jeder Spieler möglichst günstig an die Vorteile seiner Wahl zu kommen, doch für Schnäppchenjäger ist hier Vorsicht geboten. Sicher sind die eigenen Figuren nämlich nur auf den Feldern 9, 12, und 15. Wer ein Schnäppchen machen möchte und auf die Felder 5 oder 7 setzt, läuft Gefahr, durch später platzierte Händler auf höheren Feldern aus dem Gebäude geworfen zu werden. Die Figur kann dann zwar erneut eingesetzt werden, allerdings kann man nun mutmaßlich nur noch auf die ganz teuren Plätze. Neben dem Einsetzen in den Hauptgebäuden kann man seine Figuren auch auf den Marktplatz von Pu'er schicken, von wo aus sie später die Handelsreise in die unterschiedlichen Provinzen antreten können. Als letzte Einsatzmöglichkeit können außerdem Spieler, die knapp bei Kasse sind, eine Figur in die Bank schicken und somit frisches Geld erhalten, müssen dann aber sämtliche andere Händler-Figuren (aus dem Vorat und von den Gebäuden!) auf den Markt setzen.